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Die unendliche Geschichte

| Fee Huntemann | Event-Tipps

Phantàsien ist in Gefahr, denn es droht im Nichts zu versinken. Kann Phantàsien überhaupt noch gerettet werden und von wem? Nicht schon wieder ein Michael-Ende-Klassiker – haben sich vielleicht jetzt einige gedacht. Aber weit gefehlt. Roger Vontobel, der Regisseur von Bühnen Bern, schafft es Michael Endes absoluten Klassiker auf den Punkt inszeniert auf die Bühne zu bringen, dies finden zumindest die beiden Nachwuchs-Redaktorinnen Lena Facchinetti und Fee Huntemann.

Die kindliche Kaiserin braucht einen neuen Namen, um gesund zu werden. Doch wer kann ihr diesen Namen geben? Sie schickt Artréju auf die Suche. Von dieser Mission hängt nicht nur ihr Leben ab, sondern auch das Schicksal ihres Reiches Phantàsien und deren Bewohner: innen, etwa der Rennschnecke, dem Irrlicht und auch dem Felsenbeisser.

Doch wie konnte es so weit kommen? Hat das Mädchen Baya Balthasar Bux, welches gerade die unendliche Geschichte liest, etwas damit zu tun? Eins ist klar: bis zu einem glücklichen Ende kommt, braucht es viel Fantasie und Glück.

Geniale Umsetzung des klassischen Kinderromans
Das Stück orientiert sich stark am weltbekannten Kinderbuchroman von Michael Ende. Die wichtigsten Ereignisse sind sehr gut in Szene gesetzt. Regisseur Roger Vontobel erschafft neue, unvergessliche Bilder wichtiger Schlüsselszenen des Romans. Aber auch wenn man «nur» den Film gesehen hat, ist vieles sofort erkennbar. So wurde etwa der bekannte Film Soundtrack von Klaus Doldinger in dieser Inszenierung aufgegriffen.

Doch es wird nicht nur mit viel Musik, sondern auch mit viel Lichteffekten gearbeitet, welche die jeweiligen Szenen sehr gut untermalen. Zum Beispiel als Artréju (Linus Schütze) und sein Pferd Artax (Claudius Körber) sich durch den Sumpf kämpfen müssen. Grün leuchtende Streben sind mit Seilen befestigt und auf der Bühne platziert, die den Sumpf darstellen. Und im Hintergrund? Nichts! Einfach nur leerer, schwarzer Raum und viel Nebel. Dies verleiht der Szene eine besonders einmalige Atmosphäre. Was auch auffällt, ist die immer mal wiedererscheinende Interaktion zwischen dem Publikum und der Protagonist: innen. So kommt es zwischendurch dazu, dass man gemeinsam einen Namen schreit, um eine spezifische Rolle auf die Bühne zu holen.

Beeindruckendes Spiel und Kostüme
Auch die Kostüme der Protagonist: innen sind sehr gut durchdacht. So sieht man Fuchur (Claudias Körber) in einem glitzernden Gewand mit einem von federn bestückten Oberteil. Zudem lange weisse Haare, die schimmern. Auch das Kostüm des Werwolfes ist ein absolutes Highlight. An seinen Händen sind rote Lichter zu sehen, was ihn gerade in der ersten Szene, in welcher er spielt, eher gruselig wirken lässt. Schwarz gekleidet, mit einem Fellkragen, lange schwarze Haare und ein Bart, welcher sofort seine Rolle eines Werwolfes erahnen lässt. Die Schauspieler: innen sind höchst spielfreudig und sie bringen ihre Figuren wundervoll authentisch auf die Bühne. Auch an Witz und Slapstick fehlt es in keinster Weise.

Musikalisches Phantàsien
Sebastian Lötscher (Geige), Matthias Herrmann und Raphael Heggendorn (Cello) begleiten zudem gekonnt das Geschehen auf der Bühne. Die wei Instrumente betonen gekonnt Bewegungen und Gefühle durch das ganze Stück hindurch. Zum Beispiel als Artréju und Artax ihren Freundschaftstanz präsentieren, bei dem Bewegungen und Live-Musik wundervoll harmonieren.

«Die unendliche Geschichte» ist absolut sehenswert! Eine grossartige Vorstellung – eine wundervolle Inszenierung!

Die unendliche Geschichte ist noch bis am 19. Januar im Stadttheater, Bühnen Bern, zu sehen.

 

 


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Fee Huntemann

Fee (14) spielt gerne Theater, ist Mitglied im Kinder- und Jugendparlament und singt im Chor. Am liebsten liest (und schreibt) sie Krimis.