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Niemandsstadt

| Kinder- und Jugendredaktion | Jugendbuch

Die Traumwelt der Niemandsstadt ist bedroht und ausgerechnet Josefine muss sie retten. Sie hat natürlich keine Ahnung, wie sie das anstellen soll. «Niemandsstadt» ist ein magischer Jugendroman geschrieben von Tobias Goldfarb und rezensiert der dreizehnjährigen Lucia Klepochova.

Im Jugendroman «Niemandsstadt» gibt es zwei Parallelwelten: die Menschenwelt und die Niemandsstadt. Vor vielen Jahren gab es in beiden Welten magische Wesen wie Drachen, Vampire und vieles mehr. Doch mit der Zeit glaubten immer weniger Menschen an Magie, so dass sie aus der Menschenwelt verschwand. In der Niemandsstadt jedoch blieb die Magie erhalten. Die Niemandsstadt ist ein Ort, an dem es keine Grenzen gibt und alles was sich die Menschen je erträumen, lässt sich dort finden.

Die fünfzehnjährige Josefine, genannt Fein, hat im Gegensatz zur Rest der Welt kein neues Smartphone. Bloss dieses alte, kaum funktionierende Ding, welches sie von ihrem Vater geerbt hat. Ebenfalls hätte man sie aufgrund ihres Aussehens mit einem Jungen verwechseln können. Deshalb wird sie in der Schule oft als Josef bezeichnet. Josefine gehört zu den Menschen, welche durch ihre Träume in die Niemandsstadt gelangen.
Dann gibt es aber auch Menschen wie Elisabeth, genannt Eli, die ihr ganzes Leben am Smartphone verbringen. Diese zwei Mädchen werden per Zufall Freundinnen. Doch eines Abends als Josefine am Baden ist, wird sie ohnmächtig und kommt ins Krankenhaus. Als Eli davon erfährt, ist sie ausser sich, doch sie weiss nicht, was zu tun ist. Obwohl Josefines Körper immer noch in der Menschenwelt ist, ist ihr Geist auf der anderen Seite, der Niemandsstadt, gefangen. Denn niemand weiss, dass Fein eine Gerufene ist. Die Niemandsstadt wird nämlich von Blechdrachen angegriffen, und die Bewohner glauben, dass Fein helfen kann. Doch sie weiss nicht weiter. Sie muss jetzt einen Weg finden, die Niemandsstadt zu retten und dadurch in die Menschenwelt zurückzukehren.

Traumwelt und Realität
In seinem Jugendroman «Niemandsstadt» bringt Tobias Goldfarb Realität und Fantasie gut zusammen. Die Geschichte hat mich dabei auf ein bestimmtes Thema aufmerksam gemacht: Heutzutage sind ja fast alle Menschen nur noch am Handy. In der Geschichte ist das genauso, nur dass Fein gar kein richtiges Smartphone hat und viel träumt. Mir gefällt, dass der Autor dieses Thema aufgreift und damit spielt.

Die Geschichte ist sehr lebendig erzählt und in vierzehn Teile aufgeteilt; diese wiederum enthalten viele kleine Kapitel. Der Text ist dabei so gestaltet, dass, wenn ein neuer Teil beginnt, sich die Schriftart wie auch die Erzählperspektive ändern. So wird dann zum Beispiel nicht mehr aus Josefines Sicht erzählt, sondern von Elisabeths Seite, oder umgekehrt. Dies gibt einem einen guten Überblick über das ganze Geschehen, da sowohl aus der Menschenwelt als auch aus der Traumwelt berichtet wird.

Auch gefällt mir, dass die beiden Welten stark miteinander verbunden sind. Zum Beispiel gibt es in der Menschenwelt den Laden Stanislaus. Das Geschäft sollte eigentlich ein Bücherladen sein, doch wurde daraus schliesslich ein Souvenirgeschäft. In der Niemandsstadt gibt es diesen Laden auch. Dort ist er aber so, wie es sich die Ladenbesitzer ursprünglich gewünscht haben: ein richtiger Bücherladen.

Faszinierend und hochaktuell
Dieses Buch hat mich echt fasziniert. Auch der Einband ist voll schön; darauf sieht man zwei kleine Drachen. Der Hintergrund ist schwarz, dennoch kann man kleine Zahlen erkennen. Auch das Schriftbild des Titels wurde ansprechend gestaltet.

Obwohl der Jugendroman für Jugendliche ab 12 Jahren empfohlen wird, bietet er auch für Erwachsene gute Unterhaltung und behandelt ein Thema, welches auch sie beschäftigt, da heute sehr viele Menschen fast den ganzen Tag am Smartphone sind.


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Kinder- und Jugendredaktion

  • Titel
    Niemandsstadt
  • Autor:in
    Tobias Goldfarb
  • Verlag
    Thienemann
  • Erscheinungsdatum
    2020
  • Seiten
    364
  • Bewertung